Zusammenfassung

Das Gibitzenhofschulhaus (Pirckheimer-Gymnasium)
– Ein Schulhaus mit Geschichte –

Vorwort:
Nachdem sich ein Leser vor allem über Bildmaterial eine aufschlussreiche Vorstellung über den Wandel vom Zeitpunkt der Errichtung des Schulhauses bis zum heutigen Tage machen kann, werden im Text diverse Bilder eingebracht, die die Geschichte des „Pirckheimer-Gymnasiums“  dokumentieren.

Laut Bekanntmachung des Bayer. Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 7. Januar 1971 wurde dem Gymnasium an der Gibitzenhofstraße Nürnberg der Name „Pirckheimer-Gymnasium" verliehen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte man bei dem Gebäude auf ein langes historisches Stück Schulhausgeschichte zurückblicken:

Sie beginnt mit dem kleinen Gemeindeschulhaus, das noch ganz dem dörflichen Charakter des Vororts entspricht (1882 - 1904). Die steigende Bevölkerungszahl der Ortschaft Gibitzenhof wird begleitet von einer raschen Zunahme der Häuserzahl, so dass die Hausnummer des alten Schulhauses (Nr. 64) zur neuen Nummer 151 wird.  Das gesamte Eingemeindungsgebiet erfährt im Zeitraum 1875 – 1900 eine Steigerung der Bevölkerung um das 2 2/3fache. Mit dem Wachstum der Bevölkerung bedeutet das zwangsläufig für den Stadtmagistrat, Maßnahmen in Form von Schulbauerweiterungen und –neubauten zu treffen. Es folgt ein An- und Erweiterungsbau 1901/02 und das Gibitzenhofschulhaus wird im Jahre 1905 komplett fertig gestellt. Nach der Fertigstellung wird eine Volksschule eingerichtet.

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wird das Schulleben zunächst den Bedürfnissen des Krieges untergeordnet. So dient das Gebäude für kurze Zeit als militärisches Massenquartier. Bis auf diese vorübergehende Störung verläuft das Leben im Gibitzenhofschulhaus während der Kriegsjahre aber ruhig. Zwischen den Weltkriegen (1925 – 1930) wird das Gibitzenhofschulhaus bezüglich Beleuchtung modernisiert. Außerdem wird ein Jugendhort angegliedert.

Da im 2. Weltkrieg andere Schulhäuser als Kasernen oder Lazarette gebraucht werden, gibt es im Gibitzenhofschulhaus einen „Schichtunterricht“. 1944 wird das Schulhaus durch Luftangriffe leicht beschädigt, worauf die Schule geschlossen werden muss. 1945 muss das Schulhaus einen „Volltreffer einstecken“. Durch diesen wird der Nordwestteil des Gebäudes fast komplett zerstört. Das große Ausmaß der Beschädigung verhindert, dass sofort nach Kriegsende mit Wiederaufbauarbeiten begonnen wird. Bei Wiederaufnahme des Unterrichts im Herbst 1945 werden die Schüler an das teilweise benutzbare Herschelschulhaus verwiesen. Unmittelbar mit der Geschichte des Wiederaufbaus verbunden, ist die Unterbringung der Berufsschule I (Abt. Bau und Baunebengewerbe) im Gebäude.

Erst 1957 wird das Gibitzenhofschulhaus wieder komplett instand gesetzt. 1973 sind auch die erweiterte Turnhalle, der Nord- und Südflügel fertiggestellt. In der Ausgabe vom 12. Juli 1968 des Bayer. Staatsanzeigers ist dann zu lesen, dass im Rahmen des Bayer. Schulentwicklungsplanes „das Gymnasium Nürnberg (Gibitzenhofstraße)“ neu gegründet  wurde. Da wenig Begeisterung für diesen Namen vorhanden ist, beginnt man mit der Suche nach einem Namenspatron. Es sollte ein Wissenschaftler sein oder jemand der mit der Stadtentwicklung des Nürnberger Südens zu tun hatte. Zum Schluss einigt man sich und das Gymnasium wird Anfang Dezember desselben Jahres in „Pirckheimer-Gymnasium“ umbenannt. Dieser Name blieb bis heute erhalten.

Wenn man die heutige Aula (ehemalige Turnhalle) betritt, so kann man über den Eingängen noch Vignetten, die verschiedenen Sportarten gewidmet sind, erkennen. Bei genauerer Betrachtung fallen einem auch die alten Reliefs über den Haupteingängen auf. Und wenn man an der Brunnenschale im Erdgeschoss oder an den Blüterornamenten im Eingangsbereich vorbeiläuft, so spürt man förmlich die Vergangenheit, die dieses altehrwürdige Gebäude ausstrahlt.