„Ganz Theater“ – Das Modell Pirckheimer-Gymnasium

Mit dem Projekt „Ganz Theater“ möchte das Pirckheimer-Gymnasium sein ohnehin breit gefächertes Angebot im künstlerisch-ästhetischen Bereich noch um eine entscheidende Komponente erweitern. In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Lehrstuhl für Pädagogik II) und der Akademie für Schultheater und Theaterpädagogik Nürnberg, sowie mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus (Initiative zur Qualitätssicherung und –entwicklung) wurde ein Modell entwickelt, das es möglich macht, in der Sekundarstufe II durchgängig qualifizierten Unterricht im Fach Theater zu erhalten. Dieses Projekt ist in ganz Bayern einmalig!

Offizielle Kooperationspartner im Rahmen von „Ganz Theater“:

  • Staatstheater Nürnberg
  • Gostner Hoftheater Nürnberg

Offizielle Sponsoren:

  • Sparkasse Nürnberg
  • Staatstheater Nürnberg

Das Projekt „Ganz Theater“ im Überblick

gebundene Ganztagesklassen

in den Jahrgangsstufen 5-7

reguläre Klassen

in den Jahrgangsstufen 5-7

1-2 Wochenstunden Theater im Rahmen des Ganztagesangebots (Klassenverband bzw. Wahlunterricht)

zusätzliches Angebot zum regulären Unterricht: Theater als Wahlfach

(freiwillige Arbeitsgemeinschaft)

Theater in der Mittelstufe (Jahrgangsstufen 8-10)

Im regulären Fachunterricht mindestens ein jährlicher Theaterbesuch

mit Vor- und Nachbereitung.

Zusätzliches Angebot zum regulären Unterricht: Theater als Wahlfach

(freiwillige Arbeitsgemeinschaft)

Theater in der Qualifikationsstufe (Jahrgangsstufen 11 und 12)

Im regulären Fachunterricht Deutsch mindestens ein jährlicher Theaterbesuch mit Vor- und Nachbereitung.

Theater als Wahlprofilfach zur Profilbildung;

(die Ergebnisse können in das Abiturzeugnis eingebracht werden)

Theater als Thema in einem P-Seminar

(die Ergebnisse sind Bestandteil des Abiturzeugnisses)

Theater als Thema in einem W-Seminar

(die Ergebnisse sind Bestandteil des Abiturzeugnisses)

„Ganz Theater“ in Kürze

Das Modell „Ganz Theater“ ruht auf zwei Säulen:

  1. Theater spielen: Am Pirckheimer-Gymnasium ist es möglich, von der 5.-12. Jahrgangsstufe qualifizierten Unterricht im Fach Theater zu besuchen und aktiv an Theaterprojekten Teil zu nehmen. Im Bereich des gebundenen Ganztagesprogramms sind zwei Wochenstunden Theater als Pflichtunterricht fest in den Stundenplan integriert.
  2. Theater schauen: In den Jahrgangsstufen 9 bis 12 ist ein Theaterbesuch im Jahr verpflichtend. Der Theaterbesuch wird in den Fachunterricht Deutsch integriert und in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern vor- bzw. nachbereitet. Die Eintrittskarten erhalten die Schülerinnen und Schüler zu einem verbilligten Preis, außerdem werden diese zusätzlich durch Sponsorengelder bezuschusst.

Das Modell „Ganz Theater“ stellt damit eine moderne Form der ästhetischen Bildung dar, die alle zentralen theaterästhetischen Handlungskompetenzen fördert:

Theater verstehen

Sachkompetenz

 

Theater

gestalten

Gestaltungskompetenz

 

Theaterästhetische Handlungskompetenzen

 

Theater reflektieren

Kommunikative Kompetenz

 

an Theater

teilhaben

Kulturelle Kompetenz

(nach Leopold Klepacki / Jörg Zirfas, Theatrale Didaktik. Ein pädagogischer Grundriss des schulischen Theaterunterrichts. Weinheim und Basel 2013.)

„Ganz Theater“ im Detail

„ Ganz Theater“ im Fachunterricht der Jahrgangsstufen 9 - 12

Mit der festen Verankerung des Theaterprojekts in den Fachunterricht der Jahrgangsstufen 9 - 12 soll sowohl auf gesellschaftspolitische als auch auf bildungspolitisch-pädagogische Herausforderungen reagiert werden. Dies gilt im Besonderen auch für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und aus Zuwandererfamilien, denen sich durch die Teilhabe am Kulturleben der Stadt neue und individuelle Bildungschancen eröffnen. Deren Erfolg in der Schule und die Vorbereitung auf Ausbildung und Studium sind die besten Voraussetzungen für eine gelungene Integration in unsere Gesellschaft. Dieser Aufgabe stellt sich das Pirckheimer-Gymnasium  mit großzügiger Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus in vielerlei Heinsicht über das normale curriculare Unterrichtsgeschehen hinaus. Die Schule nimmt mit den seit vielen Jahren im Unterricht fest verankerten Unterstützungsangeboten wie etwa dem „Übergangsmanagement Grundschule – Gymnasium“, dem gebundene Ganztagesunterricht und dem Projekt „Sprachbegleitung für Kinder mit Migrationshintergrund“ eine Vorreiterrolle in Bayern ein.

Durch das neue Theaterprojekt finden non-formale Lernangebote in Kooperation mit externen Partnern aus den Kultureinrichtungen verstärkten Eingang in die Schule und werden hier mit den formalen Lernprozessen gekoppelt. Dabei können die sich bietenden Synergieeffekte in Nürnberg genutzt und eine breite Vernetzung erreicht werden.

Das Theater-Projekt verfolgt folgende Bildungsziele:

  • Jede Klasse der Jahrgangsstufen 9 – 12 besucht mindestens einmal im Jahr eine Theateraufführung des Staatstheaters Nürnberg. Diese Aufführungen werden im Deutschunterricht vorbesprochen und nach dem Theaterbesuch die Umsetzung und Dramaturgie mit einem Mitglied des Ensembles diskutiert und analysiert.
  • Die Zusammenarbeit mit dem Staatstheater kann Unterrichtsprojekte vieler weiterer Unterrichtsfächer (Sprachen, Gesellschaftswissenschaften, Psychologie, Religion) in diesen Jahrgangsstufen und/oder themenbezogenes interdisziplinäres Arbeiten initiieren.
  • Durch die Teilhabe an vielfältigen Prozessen der ästhetischen und kulturellen Bildung wird nicht zuletzt auch die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler gefördert.
  • Probenbesuche, Theateraufführungen, Workshops und Gespräche mit Künstlern und Theaterpädagogen verbinden formale und non-formale Lernwelten.
  • Durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen in den Bereichen Technik, Dramaturgie, Management und Öffentlichkeitsarbeit öffnet sich das Theater der Lebenswelt der Schüler.

Das Kooperationsprojekt geht so weit über die Theaterbesuche während des Schuljahres hinaus. Schüler und Theatermacher treten in einen intensiven, lebendigen Austausch ein. Die Mitglieder der Schulfamilie entdecken das vielfältige Potenzial des Theaters als Bereicherung der ästhetischen und kulturellen Bildung, die Theater erfahren ihrerseits die Ansichten, Meinungen und Interessen und Erfahrungen der jungen Menschen, aus denen Impulse für die eigenen Inszenierungsprozesse und Spielplangestaltungen erwachsen.