China-Projektaustausch 2018 – Utopia - Die Stadt, in der ich Leben möchte

verfasst von Markus Gick am 11. Mai 2018 - 9:07

Im sechsten Jahr des Austausches beschäftigten sich die Schüler der 8. Bis 11 Jahrgangstufe mit dem Thema Stadtentwicklung. Die Schüler legten bereits im November bei einem gemeinsamen Treffen die Themenschwerpunkte selbst fest und erarbeiteten sich anschließend in Gruppen Wissen zu den Themen „Ökologische Stadtentwicklung“, „Verkehrsinfrastruktur“ und „Soziale Stadtentwicklung“. Sie untersuchten den Istzustand in Nürnberg und machten sich Gedanken darüber, wie sie sich ihre Stadt in Zukunft vorstellen. Seien es zusätzliche Mehrgenerationenhäuser, internationale Zentren mit Nachbarschaftshilfe, umweltfreundliche Wohnkonzepte oder eine völlige Neuinterpretation des Nürnberger Nahverkehrs. Dabei flossen Ideen wie die verstärkte Umsetzung neuer Verkehrskonzepte wie Carsharing, neue Antriebsarten oder die völlige Vernetzung der Verkehrsmittel mit ein. Diese Konzepte wurden jeweils von den Schülern in einer Präsentation zusammengefasst und vor der Gruppe präsentiert. In den weiteren Vorbereitungstreffen, die jeweils an den drei Nürnberger Schulen stattfanden, erhielten die Schüler außerdem ein Vortragcoaching und ein interkulturelles Training. Mit dem Training und dem chinesisch Unterricht wurden die Schüler auf die doch etwas andere chinesische Kultur eingestimmt.

Eine Woche vor den Osterferien ging es dann für die 15 Schüler und drei Lehrer endlich los. Vom eiskalten und schneeumtosten Bahnsteig in Nürnberg, ging es zunächst nach Frankfurt an den Flughafen. Obwohl der Zug in Nürnberg, auf Grund einer Weichenstörung schon etwas Verspätung hatte, verlief das einchecken am Frankfurter Flughafen reibungslos. Bei manchen Schülern machte sich nun doch langsam etwas Nervosität breit, nicht aus Angst, sondern aus Spannung was einem auf dem Flug und in China nun erwarten würde. Für manche war es der erste Flug überhaupt, für andere der erste richtig lange Flug. Es handelt sich doch um einen knapp elfstündigen Interkontinentalflug. Nach dem Boarding kam im Flieger eine etwas unerwartete Durchsage des Kapitäns, dass ein festgestelltes technisches Problem behoben werde müsse. Das „kleine“ technische Problem führte dazu, dass sich unsere Reise „etwas“ verlängerte. Den Anschlussflug in Hongkong zu erreichen war nun utopisch. Dies bescherte uns einen, zwar ungewollten, großen Chinarundflug über Peking nach Wuhan, die Schüler fanden es dennoch interessant. Nun konnte man das Land nochmal von oben und bei Tag beobachten. Ein Lob an die Schüler, die Stimmung blieb immer lustig und top.

In Wuhan wurden unsere Schüler schon sehnsüchtig von ihren Austauschpartnern erwartet. Mit diesen standen sie schon vorher in regem Austausch via Email oder Weechat. Die Begrüßung erfolgte wie immer herzlich. Die Gastgeber warteten schon mit selbst gemalten Plakaten und Blumen am Ausgang. Nachdem jeder seinen Gastschüler gefunden hatte, wurde das obligatorische Gruppenfoto gemacht und die Kinder gingen zu ihren Gastfamilie nach Hause.

Am nächsten morgen kamen alle Schüler überpünktlich in der Schule an. Die ersten Eindrücke eines anderen Kulturraums wurden energisch ausgetauscht. Es stand eine Schulführung auf dem Programm. Die chinesischen Schüler trugen ihre vorbereiteten Texte an den einzelnen Stationen vor. Danach ging es in den Konferenzraum in dem wir von der Schulgemeinschaft und dem Direktor Herrn Wu begrüßt wurden. Mit dem Mittagessen kamen die Schüler zu ersten Mal mit echter chinesischer Küche in Kontakt. Die positiven Reaktionen auf das Essen freuten unsere Gastgeber. Im neu gestalteten Medienraum durften die Schüler danach ihrer vorbereiteten Präsentationen auf Englisch vortragen. Nach dem langen Tag warteten schon die Gasteltern um mit ihren Schützlingen etwas zu unternehmen. Die Freizeit-, Abend- und Wochenendgestaltung unterschieden sich von Familie zu Familie. Manche waren mit auf einer chinesischen Hochzeit eingeladen worden, andere hatten die Möglichkeit die höchste Baustelle der Stadt zu besuchen. Immerhin ist das dritthöchste Gebäude der Welt schon fast fertig. Der gemeinsame Besuch von Nachtmärkten und Foodstreet standen auch ganz hoch im Kurs. Beim Fußball, Basketball oder Tischtennis spielen wurden neue Freundschaften geknüpft. Der Besuch der Parks mit tausenden blühenden Kirschbäumen war sicherlich ein Highlight dieser Reise. Dies war nicht nur für uns beeindruckend sondern auch für die meisten Chinesen. Diese fiebern regelrecht auf die Kirschblüte hin und ganze Menschenmassen machen sich auf den Weg. Nachdem es vorher etwas frisch war, blühte die Stadt durch den raschen Temperaturanstieg regelrecht auf.

Die Stadtentwicklung Wuhan, das Utopia der Gastgeber, wurde im Stadtplanungsmuseum begutachtet. Die Schüler zeigten sich beeindruckt von der Vision, fragten sich aber auch ob dies wirklich so zu realisieren sein wird. Die Vergangenheit der Stadt, der Provinz Hubei und des Reiches Qin, Keimzelle Chinas, wurde den Schülern beim Besuch des Provinzmuseums näher gebracht. Bei der eineinhalbstündigen Fahrt dorthin bekamen die Schüler einen Eindruck von den Dimensionen dieser 12 Millionen Stadt. Beim Kulturunterricht lernten die Schüler alles über Tee, das Ritual der chinesischen Teezeremonie, Tai ji Quan und Kalligraphie kennen. Unterstützung erhielten sie dabei von ihren Gastschülern. Beim Besuch der Grundschule glühten die Handys, die Grundschüler wollten zig Fotos von uns haben.

Nach acht Tagen in Wuhan, ging es dann für einen kurzen Zwischenstopp weiter nach Hongkong. Die Schüler bewunderten noch am Abend eine der fünf schönsten Skylines der Welt. Diese wurde mit der allabendlichen Lasershow illuminiert. Bei einer Fahrt mit der Star Ferry, einem Rundgang durch die Stadt auf Hongkong Island und einer Fahrt mit der weltberühmten Tram durch die Häuserschluchten lernten die Schüler ein weitere Seite Chinas kennen. Der alte Man Mo Tempel, sowie eine kurze Wanderung auf den Victoria Peak durften natürlich auch nicht fehlen. Auf dem Gipfel wurden die Schüler mit dem einzigartigen Panorama belohnt. Kulinarisch mussten sich die Schüler auch etwas umstellen, denn die Küche ist doch etwas anders als die in Wuhan. Die Suppen mit Wantans kamen kamen jedoch sehr gut an. Der Heimflug und die anschließende Zugfahrt verliefen reibungslos. Wir fanden auch diesmal alle Koffer in Frankfurt auf dem Gepäckband. Die Stimmung blieb trotz der abenteuerlichen Hinreise immer gut. Deswegen ein Dank an die tollen Schüler, es hat Spaß gemacht mit euch unterwegs gewesen zu sein.

Noch ein kleiner Reisbericht von den Schülern:

Die Reise nach China war sehr lang, ca. 31 Stunden hat sie gedauert. Eigentlich hätte die Reise viel kürzer dauern sollen, aber wegen Verspätungen und technischen Problemen ging es leider nicht schneller. Als wir dann am Abend angekommen sind, wurden wir trotz der Verspätung mit Blumen und offenen Armen empfangen. Es war wirklich toll. Am nächsten Tag trafen wir uns alle wieder in der chinesischen Schule und haben etwas unternommen. Das erste Mal hatten wir eine Führung in der Schule. Danach hielten wir die Präsentationen, welche wir schon in Deutschland vorbereitet hatten. Außerdem gingen wir noch in zwei verschiedene Museen. Das eine Museum handelte über die Stadt Wuhan und das andere über alte Relikte. Außerdem hatten wir eine Kalligraphie-, eine Tai ji Quan- und eine Teezeremoniestunde. Am nächsten Tag gingen wir in eine Grundschule, bei der wir auch rumgeführt wurden, und auf eine andere High School. Dort gab es dann auch ein Fußballspiel zwischen den Chinesen und den Deutschen. Am Tag darauf sind wir in die Nähe von Mulans Heimatdorf gefahren. Zusammen mit den Chinesen, denn an diesem Tag waren sie von der Schule befreit. Nach dieser unvergesslichen Woche sind wir dann nach Hong Kong geflogen und haben dort die Stadt besichtigt. Wir waren auch am Meer und haben immer in einem wunderschönen Park (Kowloon Park) gefrühstückt. Dort fiel sogar eine Plastikflasche ins Wasser und wir mussten sie herausholen. Wir sind auf den Victoria Peak gelaufen und dort eine sehr schöne Aufsicht auf die Stadt gehabt. Am letzten Tag sind wir mit einer Seilbahn zum Po Lin Kloster gefahren. Dort haben wir dann die Tian Tan Buddha Statue gesehen.

Wir fanden diese Reise sehr schön und würden gerne nochmal nach China. Ein schräger Augenblick war, als sich jemand auf die Schuhe uriniert hatte, weil die Toiletten nur Löcher im Boden waren. Außerdem hat in Wuhan fast jeder zu uns geschaut und manche haben Fotos von uns gemacht. Ein paar Mädchen haben in der Schule sogar aufgeschrien, als wären wir Stars. Auch konnten wir in T-Shirts rumlaufen, weil es so warm war.

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